Angebote automatisch erstellen — so geht das für SHK-Betriebe
Christopher Renner
Ein Angebot für ein Bad, eine Wärmepumpe oder eine Steigleitung entsteht selten dort, wo es gemessen wurde. Es entsteht abends, am Küchentisch, aus einem Zettel in der Overalltasche und aus dem Gedächtnis. Genau dazwischen liegt die Arbeit, für die ein SHK-Betrieb nicht bezahlt wird.
Was an einem Angebot wirklich Zeit kostet
Nicht das Tippen. Wer eine Vorlage hat, tippt vier Positionen in fünf Minuten. Zeit kosten die drei Schritte davor und danach:
- Erinnern. Was war noch mal die Wandstärke, wie viele Meter Vorwand, kam die Entsorgung des Altgeräts dazu? Zwischen Aufmaß und Angebot liegen oft zwei Tage und vier andere Baustellen.
- Preise suchen. Der Gerätepreis steht in der Großhändlerliste, der Stundensatz im Kopf, der Zuschlag irgendwo dazwischen. Wer drei Quellen zusammensucht, ist bei einem Angebot schnell bei zwanzig Minuten.
- Nachrechnen. Summe netto, Umsatzsteuer, Lohnanteil nach § 35a EStG getrennt ausgewiesen, weil der Privatkunde danach fragt.
Deshalb ist die verbreitete Antwort — „wir haben doch Vorlagen" — an der falschen Stelle richtig. Die Vorlage löst das Tippen. Das Tippen war nie das Problem.
Was sich automatisieren lässt
Die Übersetzung. Aus „Bad im Erdgeschoss, Wanne raus, bodengleiche Dusche rein, Vorwand drei Meter, zwei neue Armaturen" lässt sich zuverlässig herauslesen, welche Leistungen in welcher Menge gemeint sind. Das ist eine Sprachaufgabe, und Sprachmodelle sind darin gut.
Der praktische Effekt ist, dass das Aufmaß dort entstehen kann, wo gemessen wird: eingesprochen, in dreißig Sekunden, ohne Handschuhe auszuziehen.
Was sich ausdrücklich nicht automatisieren lässt
Der Preis. Ein Sprachmodell, das Preise erfindet, ist für einen kalkulierenden Betrieb schlimmer als gar keine Software — es produziert Zahlen, die plausibel aussehen und falsch sind, und ein Angebot mit einem plausibel falschen Preis wird angenommen.
Die Arbeitsteilung muss deshalb fest sein:
Das Modell liest, was gemacht wird. Der Preis kommt ausschließlich aus der eigenen Artikelliste des Betriebs.
Findet sich für eine Position kein Preis, bleibt sie leer und wird markiert. Eine Lücke, die man sieht, ist harmlos. Eine geratene Zahl ist es nicht.
Woher die Preise kommen
Im SHK-Handwerk gibt es dafür ein etabliertes Format: DATANORM. Fast jeder Großhändler liefert seine Artikeldaten so aus. Eine Software, die es einliest, kennt danach die Artikelnummern, Bezeichnungen und Preise des Lieferanten, mit dem der Betrieb ohnehin arbeitet — und nicht die eines Durchschnittsmarkts.
Eigene Positionen (Stundensätze, Pauschalen, Anfahrt) kommen aus der eigenen Liste dazu. Beides zusammen ist die Preisquelle, und es gibt keine zweite.
Was am Ende übrig bleibt
Ein Schritt, und der gehört dem Meister: drüberlesen und freigeben. Das ist kein Rest, den man auch noch wegautomatisieren müsste, sondern die Stelle, an der ein Fachbetrieb entscheidet, ob der Ansatz stimmt. Sechs Stunden oder sieben, weil der Kamin enger ist als gedacht — das weiß niemand außer dem, der im Keller stand.
MeisterAssistent ist ein KI-Assistent für SHK-Betriebe mit 1–10 Mitarbeitern. Wie der ganze Ablauf aussieht, steht unter Der Kreislauf.